Kalte Hände – was steckt dahinter?

Draußen herrscht angenehmes Herbstwetter, doch Ihre Hände sind eiskalt. Kommt Ihnen das bekannt vor, haben wir hier die Erklärung dafür. Falls nicht, gehören Sie zu den Glücklicheren. Bei kaltem Wetter sind kalte Hände eine ganz normale Reaktion des Körpers: Unter dem Einfluss von Kälte verengen sich unsere Blutgefäße, sodass Arme und Beine schlechter durchblutet werden. Schauen wir uns aber die Gründe an, die auch in wärmeren Monaten zu kalten Händen führen können.
Anämie
Der Begriff Anämie beschreibt einen Gesundheitszustand, bei dem die roten Blutkörperchen nicht ausreichend funktionieren. Verursacht wird sie durch verschiedene Faktoren – chronische Krankheiten wie z. B. Krebs oder Blutverluste.
Jedes rote Blutkörperchen enthält Hämoglobin, ein eisenreiches Protein. Es bindet den Sauerstoff im Blut und transportiert ihn zu den Zellen im gesamten Körper, die Sauerstoff zum richtigen Funktionieren benötigen. Zellen mit zu wenig roten Blutkörperchen erhalten keinen Sauerstoff – das führt zu Energiemangel im Körper und zu kalten Händen.
Diabetes
Millionen Kinder und Erwachsene weltweit leiden an Diabetes, auch Zuckerkrankheit genannt. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die auftritt, wenn Ihr Körper nicht genug Insulin herstellen kann oder das Insulin seine Aufgabe nicht erfüllt.
Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Seine Hauptaufgabe ist die Regulierung des Blutzuckerspiegels, also der Glukose. Glukose zirkuliert im Blutkreislauf und dient den Zellen als wichtigste Energiequelle. Fehlt Insulin, bleibt die Glukose im Blut – die Zellen arbeiten ineffizient und es mangelt an Energie. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel schädigt Blutgefäße und Nerven, was zu kalten Händen führt.
Sklerodermie
Dieses Wort hören Sie wahrscheinlich zum ersten Mal. Einfach ausgedrückt bezeichnet es eine Erkrankung, bei der sich Haut und Bindegewebe verhärten. Man unterscheidet 2 Formen der Sklerodermie:
lokalisierte – meist bei Kindern, betrifft nur die Haut
systemische – am häufigsten bei erwachsenen Frauen, betrifft die Haut und die inneren Organe
Die genaue Ursache der Sklerodermie ist bis heute nicht geklärt. Ärzte vermuten jedoch, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der das Immunsystem eine Entzündung auslöst. Diese Entzündung führt zu einer erhöhten Kollagenproduktion in der Haut und im Bindegewebe, was kalte Hände und körperliche Schwäche verursacht.
Morbus Addison
Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Nebennieren nicht genügend Hormone produzieren. Die Nebennieren sitzen direkt über den Nieren und produzieren Adrenalin, Noradrenalin und Steroidhormone.
Ein Mangel an diesen Hormonen führt zu zahlreichen Symptomen, etwa Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Energiemangel und niedrigem Blutdruck. Niedriger Blutdruck beeinträchtigt die Durchblutung von Händen und Füßen, was zum Gefühl kalter Hände und Füße führt.
Eisenmangel
Symptome wie brüchiges Haar, splitternde Nägel und Augenzucken können auf Eisenmangel im Körper hindeuten. Der Körper versucht, diesen über den Blutkreislauf auszugleichen – das kann unser Wärme- und Kälteempfinden verändern.
Regelmäßige Einnahme von Medikamenten
Bestimmte Medikamente wie z. B. Betablocker senken den Blutdruck und können zu einer Verengung der Arterien in den Händen führen. Das kann sich durch kalte Finger und Hände bemerkbar machen. Dieselbe Nebenwirkung haben häufig auch Migräne- oder Schmerzmittel.
Schilddrüsenunterfunktion
Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion frieren häufiger. Der Grund: Die Schilddrüse produziert nicht genügend Hormone, wodurch wichtige Stoffwechselprozesse verlangsamt werden. Die erhöhte Kälteempfindlichkeit geht also auf die verminderte Schilddrüsenfunktion zurück.
Was hilft gegen kalte Hände?
Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Haben Sie Symptome einer der oben genannten Erkrankungen, empfehlen wir Ihnen unbedingt, das Problem mit Ihrem Arzt zu besprechen. Gegen kalte Hände können aber auch hochwertige beheizte Handschuhe helfen. Die Technik entwickelt sich rasant weiter, und heute gibt es auf dem Markt zahlreiche Modelle beheizter Handschuhe für verschiedene Sportarten, aber auch für die Freizeit.
Falls Sie auch mit kalten Füßen zu kämpfen haben, empfehlen wir Ihnen den Artikel Kalte Füße – was steckt dahinter?
Tipps, Anleitungen und Neuigkeiten aus der Welt der beheizten Bekleidung und Winterausrüstung.
Ähnliche Artikel
Alle Artikel
So finden Sie die richtigen beheizten Socken für den Winter
Winter — Schnee, Wind, kalte Füße. Wenn Sie gerne beim Wintersport, auf dem Fahrrad oder auf dem Motorrad draußen unterw…
Artikel lesen
Alles über die Akkus für beheizte LENZ-Produkte
Lithium-Akkus sind heute so ausgereift, dass sie eine möglichst lange Lebensdauer erreichen. Trotzdem gibt es Tipps, mit…
Artikel lesen
Die kältesten Orte der Welt: Wo sie liegen und wie extrem es dort wird
Die Erde ist Heimat vieler faszinierender Naturphänomene und Orte – darunter auch solcher, an denen die Temperaturen auf…
Artikel lesen







